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Pflege digital – Zukunftsszenario zu Weiterbildungsbedarf in der Pflegebranche

Der Beirat der Gesellschaft für Informatik e.V. plant für Mai 2017 einen ganztägigen Workshop unter dem Titel „Pflege digital – Zukunftsszenario zu Weiterbildungsbedarf in der Pflegebranche“. Der Workshop findet in Berlin im Spree-Palais statt.

Der Beirat (dem Frau Prof. Barbara Schwarze angehört) hat das Ziel, die notwendige Weiterbildung zum Erwerb digitaler Kompetenzen in unterschiedlichen Branchen, beginnend mit der Pflege, in Form von Zukunftsszenarien in die öffentliche Diskussion zu bringen.

Es soll ein Zukunftsszenario zur Digitalisierung erarbeitet, vorgestellt und diskutiert werden. Wie digital wird die Pflege in 10 - 15 Jahren ausgestaltet sein und welche Kompetenzen werden die Beschäftigten dann benötigen?

Das Zukunftsszenario soll dazu beitragen, bereits heute notwendige Kompetenzfelder für die Weiterbildung von Pflegekräften zu formulieren und ihre Umsetzung in die Diskussion der Gesellschaft für Informatik und ihr politisches Umfeld einzubringen.

In wenigen Berufen zeigen sich die Gegensätze zwischen den öffentlichen Bildern und Ansprüchen an persönliche Zuwendung, der Realität der Versorgungskonzepte und ihrer Finanzierbarkeit und den durch die Digitalisierung eröffneten Zukunftschancen so stark wie in der Pflege.

„Zwischen den neuen Technologien der Arbeitswelt 4.0, dem durch Nächstenliebe und Zuwendung geprägten Selbstverständnis der Pflege und dem in Jahrhunderten gewachsenen Berufsbild liegen erhebliche Gegensätze.

Thematische Schwerpunkte sind Telemedizin (Fernüberwachung, Fernkonsultationen), eHealth (Information und Dokumentation), der Robotik (Service, Support und Zuwendung) und Entwicklungen im Bereich des Ambient Assisted Living.

 

 

 

Die Beratungskompetenz der Pflegekräfte stärken

Ziel des Projektes von Living Lab, Hochschule OS (Prof. Andreas Büscher) sowie den Sozialstationen von Caritas und Diakonie in Melle ist, die Gesprächsführungskompetenz der Pflegekräfte so zu stärken, dass die Zusammenarbeit mit den Arztpraxen und Angehörigen verbessert wird und die Versorgung der Patienten an Qualität gewinnt.

Durch den Vorzug ambulanter vor stationärer Pflege verdichten sich im ambulanten Bereich komplexe Krankheitsbilder und Multimorbidität. Pflegesituationen, die vor Jahren noch als „heimpflegebedürftig“ angesehen wurden, werden mittlerweile ambulant versorgt. Dadurch nehmen die Risikopotentiale und der Abstimmungsbedarf für alle Beteiligten zu. Entsprechend erhöhen sich die Anforderungen an die Kommunikationskompetenz der Beteiligten.

In einem ersten Modul sollen Pflegekräfte systematisch in Gesprächsführungstechniken geschult werden, damit sie in der Lage sind, die Interaktion mit den Beteiligten kontinuierlich zu verbessern. 

In einem zweiten Projektschritt (der im Frühjahr 2017 konzipiert und beantragt werden soll), sollen dann nach Abschluss der Qualifizierungsphase Pflegesprechstunden der Pflegedienste in ausgewählten Arztpraxen eingerichtet werden, um die Zusammenarbeit weiter zu optimieren und die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten weiter zu steigern.

Wir brauchen „Vitale Dörfer“

Beispiel für Domotica-Sensoren
Beispiele für Domotica-Sensoren aus dem FORUM Hasestraße.
Foto: Martin Schnellhammer

Schon im Rahmen der Konzeptentwicklung für den „Sozialen Landkreis“ (SoLkOs) wurden erste Überlegungen angestellt, wie die Erkenntnisse auf andere Gebiete übertragen werden können und der Austausch mit anderen betroffenen Regionen insbesondere auch mit Nachbarländern organisiert werden kann. Eine der wichtigen Erkenntnisse war dabei auch, dass eine IT-Plattform entwickelt werden muss, die es Angehörigen, Pflegediensten und Ärzten erlaubt Informationen auszutauschen und zu verarbeiten, wenn durch die zunehmende Berufstätigkeit der Frauen diese als „Haushaltsmanagerinnen“ nicht mehr im bisherigen Umfang zur Verfügung stehen. Dieser Aspekt musste wegen der begrenzten Mittel ausgespart werden.

Zwischenzeitlich gelang es, Living Lab und Hochschule Osnabrück (Frau Prof. Elisabeth Leicht-Eckardt) in ein INTERREG-Projekt einzubringen. Der Projektantrag wurde durch die Hochschule Leeuwarden mittlerweile bei der EU eingereicht, und wir hoffen auf eine Zusage im Dezember 2016. Besonders bereichernd dürfte die Zusammenarbeit im Projekt mit der Jadehochschule und dem geriatrischen Lehrstuhl in Vechta, der Seniorenzentrum St. Martinus gGmbH aus Haren und der Provinz Drente werden.

 

Sensorik in der Wohnung wird im Projekt Vitale Dörfer ein zentrales Thema sein, weil darin große Chancen für ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung gesehen werden. Die IT-Plattform ist ebenfalls Gegenstand des Projektes.

„Sozialer Landkreis“ sichert Versorgung Pflegebedürftiger im ländlichen Raum

Für Hochaltrige und Pflegebedürftige ist insbesondere in ländlichen Regionen eine Unterversorgung mit haushaltsnahen Diensten und Gütern der Grundversorgung zu befürchten. Auf drei Bereiche zielt das Projekt ab: Über das Entlassungsmanagement von Krankenhäusern soll eine verlässliche Datengrundlage zur Feststellung der Bedarfe älterer Menschen geschaffen werden. Darüber hinaus sollen Versorgungslücken durch eine lokale Zusammenarbeit geschlossen werden. Schließlich geht es darum, innovative Geschäftsmodelle für die Versorgung in dünn besiedelten Gebieten zu entwickeln.

Zurzeit laufen wichtige Vorarbeiten, wie die Entwicklung einer Datenbank zur Abbildung der Bedarfe und Lösungsansätze.

Technikassistierte Medikamentenvergabe

mHealth-Lösungen spielen in der ambulanten Pflegepraxis in Deutschland bei der Pflegeverrichtung bisher keine nennenswerte Rolle. In dem von uns vorgeschlagenen Verfahren werden die zeit- und mengenmäßig richtige Medikamentengabe sowie die entsprechende Dokumentation durch ein speziell dafür entwickeltes Gerät übernommen. Michael Lucas-Nülle vom Bistum Osnabrück (rechts) und Martin Schnellhammer vom Living Lab freuen sich über die Erläuterung der Technik durch Lars Nieuwenhoff von inn4care (Bildmitte) aus Holland.

Bereits 2012 wurde in einem kleinen Feldversuch die technikassistierte Medikamentenvergabe durch die Sozialstation Melle getestet. Die Ergebnisse waren so Erfolg versprechend, dass nun in einem groß angelegten Versuch das Verfahren getestet und vor allem eine soziale Dienstleistung entwickelt werden soll, die einen echten Mehrwert für die Patienten hat.

Dieses und ein weiteres Innovationsprojekt des Caritasverbands Osnabrück werden in einem kurzen Beitrag des NDR vorgestellt.

Das Ziel des Projektes ist es, durch den Einsatz von mHealth-Technologie Fahrtzeiten zu Patienten für Medikamentenvergaben in erheblichem Maß einzusparen. Dadurch kann zum einen die im Fahrzeug verbrachte Arbeitszeit der Pflegefachkräfte und zum anderen der CO2-Ausstoß sowie der Kraftstoffverbrauch erheblich reduziert werden. Der Technikeinsatz führt zu einer Entlastung der Sozialkassen und generiert mehr Zeit für die Zuwendung bei den Pflegebedürftigen.

Trinkerinnerung

Die ersten Geräte wurden bereits ausgeliefert. Martin Schnellhammer freut sich zusammen mit Ewald Niemann-Meinberg vom Verein „Bauen und Wohnen barrierefrei“, Lars Niewenhoff vom holländischen Partner „Fresh-Idea-Faktory“ und Gerhard Leichtenberger, Geschäftsführender Gesellschafter von Cordes&Graefe.

Die Gründer des Living Lab entwickelten in der Sozialstation Melle in Kooperation mit dem niederländischen Partner Fresh Idea Factory ein Gerät zur Trinkerinnerung für ältere Menschen. Das Gerät soll vor allem ältere Menschen daran erinnern, ausreichend zu trinken.
Dieses und ein weiteres Innovationsprojekt des Caritasverbands Osnabrück werden in einem kurzen Beitrag des NDR vorgestellt.

Die Bilder zeigen das Trinkerinnerungsgerät. Eine im Gerät eingebaute Waage misst die enthaltene Wassermenge und „OBLI“ erinnert den Benutzer im Laufe des Tages mithilfe einer Farbleuchte in Grün, Orange und Rot an das Trinken. Die Trinkmenge kann auch über das Internet abgefragt werden und berücksichtigt zusätzlich die Wettervorhersage bei der Berechnung der notwendigen Trinkmenge.

Derzeit wird eine Bachelorarbeit bei Prof. Dr. Winfried Zapp an der Fakultät WiSo der Hochschule Osnabrück verfasst, in dessen Rahmen untersucht wird, ob das Trinkerinnerungsgerät „OBLI“ das Pflegepersonal im Krankenhaus von Routineaufgaben entlasten kann, damit mehr Zeit für die Zuwendung für die Patienten zur Verfügung steht.

Dauerausstellung "Wohnen und Pflege"

In Osnabrück wird an zwei Standorten (Wulfter Turm und Fa. Kötter&Siefker) eine Dauerausstellung geschaffen, in der sich Menschen mit Pflegebedarf sowie deren Angehörige über bauliche und technische Lösungen informieren können, die die Versorgung in der eigenen Wohnung erleichtern. Neben den Möglichkeiten der Badgestaltung, werden technische Assistenz-Lösungen gezeigt, die es Menschen erlauben, möglichst lange und mit einem Höchstmaß an Eigenständigkeit in der eigenen Wohnung zu leben. Die Sicherheit in der Wohnung, aber auch der Einbruchschutz, die leichte Bedienbarkeit von Geräten sowie die hilfreiche Möbelgestaltung sind weitere Schwerpunkte.

Am Freitag, den 11.09.2015 wird das Forum für barrierefreies Wohnen an der Hasestraße 10, 49074 Osnabrück unter Federführung der Fa. Kötter&Siefker eröffnet.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Newsletter des Landkreises Osnabrück.

Pilotprojekt "Durch Technik länger selbstständig"

CAREO - Pilotprojekt am Westerberg

 

 

Dem Living Lab ist es ein großes Anliegen, dass Senioren weiter den Kontakt zu ihrem sozialen Netzwerk, z. B. Kindern, Enkeln und Freunden halten können. In einem Pilotprojekt wird getestet,  wie eine Tablet-Oberfläche aufgebaut sein muss, um dieses Anliegen optimal zu unterstützen und welche Dienstleistungen auf besonderes Interesse stoßen.
Weitere Informationen finden Sie im Bericht der ImmoSenio.

Pflege-App "Heldentaten"


Die Pflege-App "Heldentaten" informiert pflegende Angehörige auf einen Blick darüber, was zu tun ist und wie gut die pflegebedürftige Person versorgt ist.

Das Living Lab soll für eine spätere Markteinführung sorgen und den Kontakt zu weiteren Praxispartnern herstellen.

Prof. Elke Hotze und Prof. Michaela Ramm werden auf dem dem kommenden ENI-Kongress in Hall (Tirol) vorstellen.
Bericht über "Heldentaten" in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

A body issue

Das Living lab unterstützt a Body issue bei der Entwicklung von Kleidung für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Rollstuhlfahrer benötigen besondere Kleidung, die den Anforderungen beim dauernden Sitzen gerecht wird (Schnitte, Stoffe und Handhabung). Im gängigen Bekleidungshandel ist diese Kleidung nicht erhältlich. Dazu kommt, dass viele Rollstuhlnutzer nur wenig Geld zur Verfügung haben.
Mehr dazu in der Pressemeldung der Caritas.

Kontakt

Hochschule Osnabrück
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Albrechtstr. 30
49076 Osnabrück
Telefon: +49 541 969-0
Fax: +49 541 969-2066
E-Mail: webmaster@hs-osnabrueck.de

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